Die 5 Top-Trends der Zahnmedizin in 2018

Bereits jetzt erweist sich dieses Jahr als ein revolutionäres Jahr für die Zahnmedizin, vor allem durch das Aufkommen verschiedenster neuer und moderner Technologien. Von 3D-gedruckten Zahnprothesen bis zum Trend der Gemeinschaftspraxis, wird 2018 ein spannendes Jahr in der Zahnmedizin. In diesem Artikel präsentieren wir Ihnen die fünf wichtigsten Trends der Branche und ihr Erfolgspotenzial.

1. Die Kluft zwischen den Geschlechtern schrumpft

Die Zahnheilkunde ist ein traditionell männlich dominierter Beruf, doch dies verändert sich seit den letzten Jahrzehnten langsam und konstant. Der Anteil weiblicher Zahnärzte wächst, sodass man in Europa bereits von einem Zahnärztinnen-Anteil von 60% ausgeht. Auch die Zahl weiblicher Studierender des Faches Zahnmedizin steigt exponentiell an, mit einem Anteil von 49.0% oDoktorandinnen im Jahr 2016, im Vergleich zu 4,6 % an weiblichen Absolventinnen im Jahr 1976.

Diese Zahlen implizieren, dass der Trend auch im Jahr 2018 anhält. Darüber hinaus sind die männlich dominierten Generationen zunehmend im Rentenalter, was die Kluft zwischen den Geschlechtern weiter verkleinert und die geschlechterspezifische Verteilung innerhalb der Zahnmedizin so nachhaltig zu verändern vermag.

Weiterführende Informationen zu Frauen in der Zahnmedizin finden Sie hier in unserem Blogpost.

Die Geschlechterverteilung Deutschland

Derzeit sind etwa 40% der Zahnärzte in Deutschland weiblich, doch bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der Zahnärztinnen auf 45-50% steigen. Damit ist auch ein wachsender Teil derer zu verzeichnen, die in Teilzeit arbeiten möchten, um ihre Flexibilität sowie „Work-Life-Balance“ zu verbessern.

2. Der Trend zur Gemeinschaftspraxis

Die Zahnmedizin war in den meisten europäischen Ländern typischerweise von kleinen Zahnarztpraxen dominiert, welche im Durchschnitt aus ein bis drei Zahnärzten bestanden. Das Gesundheitssystem verändert sich jedoch auch im zahnmedizinischen Sektor, sodass größere Kapazitäten notwendig werden, um mehr Patienten effizienter behandeln zu können. Des Weiteren setzen die hohen Kosten, die mit dem Betrieb einer kleinen Praxis verbunden sind, das traditionelle Geschäftsmodell zunehmend unter Druck. Dies liegt vor allem daran, dass sich viele Zahnärzte einerseits dem Rentenalter nähern, und es andererseits an qualifizierten Fachkräften fehlt, die sie ersetzen können. Eine größere Anzahl jüngerer Zahnärzte zieht es darüber hinaus vor, in Teilzeit zu arbeiten, oder zögern bei Eintritt in den Beruf mit der Eröffnung einer eigenen Praxis.

Dr. Edward Meckler, Vorstand der Association of Dental Support Organizations aus den USA, glaubt, dass junge Zahnärzte das Wachstum der Gemeinschaftspraxis vorantreiben. Große Gemeinschaftspraxen bieten Vorteile für Zahnärzte jeden Alters, doch vor allem für junge Zahnärzte ist diese Lösung besonders attraktiv.

Jüngste ADA-Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass jüngere Zahnärzte aus den USA, die ihre Ausbildung vor weniger als zehn Jahren abgeschlossen haben, drei Mal häufiger zu einer Gemeinschaftspraxis tendieren als diejenigen, die ihre Ausbildung vor mehr als zehn Jahren abgeschlossen haben.

Es wird erwartet, dass Gemeinschaftspraxen im Jahr 2018 stark ansteigen werden, und dass Berufseinsteigern dadurch eine Vielzahl an vorteilhaften Möglichkeiten geboten werden.

Deutschland

Deutschland stellt die größte Dentalindustrie in Westeuropa dar, verzeichnet jedoch immer noch einen Anteil von 80-85% an Einzelpraxen. Man geht jedoch davon aus, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2020 etwa 75% betragen wird. Dies bedeutet, dass Gemeinschaftspraxen sowie Zahnarztketten im Vergleich zur Einzelpraxis zunehmen werden. 

3. 3D-Druck

Der 3D-Druck wird aufgrund der vielfältigen Einsatzgebiete und Möglichkeiten in der Zahnmedizin zu einem Thema von großem Interesse. Die Verwendungsmöglichkeiten dieser neuen Technologie sind beispielsweise:

  • Die Herstellung von Bohrschablonen für Zahnimplantate

  • Die Herstellung von physikalischen Modellen für die Prothetik

  • In der Kieferorthopädie zur Herstellung transparenter Aligner

  • In der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

  • Bei der Herstellung von Zahnimplantaten

  • Die Herstellung von Einzelteilen für die Implantat- und Dentalrestaurationen

Die Zahnmedizin hat sich in der Vergangenheit immer auf Labore verlassen, um Kronen, Brücken und Apparaturen herzustellen, doch dies ändert sich zunehmend ab dem Jahr 2018 und die Abhängigkeit wird sich deutlich verringern. 3D-Druckmaschinen werden immer bezahlbarer und ermöglichen, im Vergleich zu älteren, manuellen Techniken, die Herstellung exakter Modelle in kürzester Zeit. Dies führt zu geringeren Herstellungskosten für den Zahnarzt und günstigeren Behandlungskosten für den Patienten.

4. Digitalisierte Zahnmedizin

Digitale Technologien wie CAD/CAM und Cone-Beam CT sind für die Zahnmedizin nicht völlig neu, doch wird dieser Markt in den kommenden Jahren weiter deutlich wachsen. Dies bedeutet, dass diese Technologien für Zahnärzte immer leichter zugänglicher werden. Heute verwenden bereits mehr als 20% der Praxen in den USA zumindest eine Art digitaler Erfassungstechnologie.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden zur Herstellung von Zahnabdrücken, kann die Verwendung digitaler Abdrücke Zahnärzten dabei helfen, gewisse Schwierigkeiten zu umgehen, wie z. B. auslaufen, brechen oder reißen. Virtuelle Abdrücke bieten eine problemlose und effiziente Weiterentwicklung für Patienten und Zahnärzte gleichermaßen.

Mehrere Studien haben bestätigt, dass CAD/CAM-Kronen hervorragende physikalische und mechanische Eigenschaften aufweisen und für langfristige Restaurationen verwendet werden können. Darüber hinaus kommt es zu einer erheblichen Beschleunigung der Bearbeitungszeit, von Erstellung der Abdrücke bis zum Versand in das Detallabor. 

In jüngster Zeit hat die Konusstrahl-Computertomographie stark zugelegt und beginnt herkömmliche CT-Scanner im Dentalbereich zu ersetzen. Die Konusstrahl-Computertomographie (kurz CBCT) ist die perfekte Lösung für Zahnarztpraxen, da sie nicht viel Platz benötigen und vergleichsweise günstig sind. CBCT unterstützt Zahnärzte auch bei der Diagnose und Behandlungsplanung der Patienten. Der Konusstrahl kann sogar das vorhandene Knochenvolumen für die Positionierung von Zahnimplantaten auswerten und ermöglicht eine gute Visualisierung des Alveolarnervs und der Kieferhöhle.

Die Implementierung dieser neuen Technologie zeigt deutlich positive Behandlungsergebnisse und wird ihre Wirksamkeit weiter unter Beweis stellen.

5. Finanzierungsmöglichkeiten und Loyalitäts-Programme

Auch wenn der Einsatz revolutionärer Dentaltechnologien und -trends im Jahr 2018 auf dem Vormarsch ist, sind mit diesen fortschrittlichen Behandlungslösungen auch hohe Kosten verbunden. Die Unterstützung der Patienten bei der Finanzierung, wird zu einem wichtigen Thema in der Zahnmedizin und im Praxisalltag.

Zahnversicherungen decken in ihrem Leistungsumfang meist allgemeine Behandlungen, Routinekontrollen, Notfälle und Grundversorgung ab. Implantate und Veneers hingegen, werden als kosmetische Behandlungen angesehen, und viele Zahnversicherung kommen für diese Leistungen nicht oder nur beschränkt auf.

Zahnärzte und Zahnarztpraxen haben keine direkte Kontrolle über diese Programme und Unternehmen müssen auf dem Markt fair konkurrieren, um adäquate Finanzierungsmöglichkeiten anbieten zu können. Zahnärzte können die Möglichkeiten ihrer Patienten zur Finanzierung dennoch verbessern, indem sie beispielsweise flexible Zahlungspläne anbieten, oder praxisinterne Loyalitätsprogramme* einführen. Damit wird es Patienten ermöglicht, sich für die beste Behandlungsoption zu entscheiden, selbst wenn diese mit höheren Kosten verbunden ist.

 

Die vorgestellten Trends lassen erahnen, dass 2018 ein spannendes Jahr für die Zahnmedizin sein wird. Vor allem der technologische Fortschritt war stets die maßgeblich treibende Kraft dieser Trends, und dieses Jahr stellt hier keine Ausnahme dar. Behandlungsergebnisse werden dank der zugänglicheren und breiteren Anwendung der 3D-Drucktechnologie in Zahnarztpraxen maßgeblich verbessert. Darüber hinaus sind der Vormarsch von Gemeinschaftspraxen, sowie die steigende Zahl an weiblichen Zahnärzten weitere Indizien für eine rasante Transformation der Zahnmedizin.

 

*Bitte beachten Sie länderspezifische gesetzliche Richtlinien

 

 

 

 

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