The future is female – auch in der Zahnmedizin?

Seit über einem Jahrhundert erlebt die traditionell männlich dominierte Zahnheilkunde eine Revolution. Sie spiegelt die weltweite Veränderung von Berufsbildern in einer Vielzahl von Industrien wider. 

Von welcher Revolution sprechen wir? Die Antwort ist einfach: Frauen in der Zahnheilkunde. Im letzten Jahrhundert stieg die Zahl weiblicher Zahnärzte, sowie der von Frauen geführten Praxen stark an.

In Amerika schloss im Jahr 1866 die erste Frau ihr Zahnmedizin-Studium erfolgreich ab. Die erste weibliche Zahnärztin Europas legte 1895 ihren Abschluss ab (2). Aber erst in den 1980er Jahren machten Frauen bis zu 25% der Studierenden im Fach Zahnmedizin aus (1)

 

Bildung und Leadership

Im späten 21. Jahrhundert waren nicht nur fast die Hälfte aller Studierenden an zahnmedizinischen Fakultäten Frauen, sondern machten auch etwa ein Drittel der Lehrkörper aus. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl weiblicher Studienanfänger fast verdoppelt (3)

Zwischen 1999 und 2000 begannen Universitäten proaktiv die Frauenquote zu erhöhen (3).

 

Derzeit ist der Prozentsatz der praktizierenden Zahnärztinnen in den jeweiligen Ländern: (8):

  • Vereinigtes Königreich — 45% (8)
  • Deutschland – 42% (8)
  • Frankreich – 40% (8)
  • Lettland – 87% (8)
  • Estland – 87% (8)
  • Polen – 78% (8)
  • Finnland – 69% (8)
  • Rumänien – 68% (8)

Bis zum Jahr 2020 werden mehr als die Hälfte aller Zahnmediziner weltweit Frauen sein. Während wir in Deutschland zur Zeit nur 42% Zahnärztinnen verzeichnen, sind bereits 49% der Absolventen in den Vereinigten Staaten weiblich, in Kanada sogar 55,4% (7). Die in den Ruhestand gehende Mehrheit der männlichen Zahnärzte wird also durch eine diversifizierte Gruppe jüngerer Kollegen und Kolleginnen ersetzt.

Warum wird das Zahnmedizin-Studium bei Frauen immer beliebter?

Erfolg in der Zahnmedizin setzt eine Kombination aus Empathie, Pfege- und Problemlösungskompetenz voraus. Dazu kommen die Herausforderungen des Staatsexamens und eventuell einer Promotion. Allerdings hat der Frauenanteil in den letzten Jahren auch in anderen Bachelor- und Masterprogrammen zugenommen. Neben der Zahnmedizin ist derselbe Trend in der Allgemeinmedizin zu beobachten.  

Im Vergleich zur Allgemeinmedizin ermöglicht die Zahnheilkunde jedoch häufiger eine bessere work-life-balance. Dies hangt natürlich von individuellen Faktoren ab, jedoch ist es oft möglich, Karriere zu machen, ohne auf Zeit mit der Familie verzichten zu müssen. Manche Zahnärzte ziehen es auch vor, in Anstellung und/oder Teilzeit zu arbeiten, anstatt die zusätzliche Verantwortung der eigenen Praxis auf sich zu nehmen. Umfragen deuten darauf hin, dass weibliche Zahnärzte eher dazu bereit sind, weniger als 30 Stunden pro Woche (6) zu arbeiten. Männliche Kollegen treffen diese Wahl deutlich weniger häufig.

Ein wesentlicher Grund für den Anstieg des Frauenanteils, ist der Abbau geschlechtsspezifischer Barrieren, insbesondere in Bezug auf Aufnahmekriterien und Finanzierungsmöglichkeiten im Studium. Noch in den 1980er Jahren gaben Frauen an, dass ihnen der Zugang zu Darlehen für die Praxisfinanzierung verwehrt blieb. Heute, nur ein paar Jahrzehnte später, erscheint der Gedanke an derlei Benachteiligungen fast absurd.

Leider bestehen weiterhin gravierende Unterschiede zwischen den Geschlechtern wenn es um die Bezahlung geht. Derselben Herausforderung sehen sich allerdings auch Frauen in anderen Berufen gegenüber. Laut der ADEA (American Dental Education Association) erreichen weibliche Zahnmediziner im Vereinigten Königreich 88% des Einkommens ihrer männlichen Kollegen, während die Zahl in USA bei 82% liegt (5). Es wurden zwar erhebliche Fortschritte auf dem Weg zur Gleichbehandlung gemacht, dennoch gilt es weiter vorhandene Hürden zu überwinden.

Die Zukunft ist weiblich

Unbestreitbar haben Frauen heute großen Einfluss in der Welt der Zahnheilkunde. Harte Arbeit und das Engagement vieler Frauen haben dazu beigetragen, Missverständnisse bezüglich ihrer Kompetenz als Zahnmediziner und Praxisinhaberinnen zu beseitigen.  

Der Trend zeigt: Frauen werden künftig die Hauptrolle in der Zahnmedizin spielen. Und das wird der Weiterentwicklung des Berufes, sowie der klinischen Praxis nur guttun.

 


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